Hallo mein Name ist Helmut



Ich bin Ilona ,die Frau von Helmut


"Egal wer oder was jemand ist - in der Szene sind wir alle gleich!"

Wie ist bei Ihnen persönlich das Interesse an Trikes entstanden? Gab es dafür einen bestimmten Auslöser?

Naja das war eigentlich sehr klassisch, also so wie es bei vielen Trikern angefangen hat. Es begann zunächst mit interessiertem Staunen, wenn man so ein dreirädriges Gefährt auf der Strasse gesehen hat. Das war zugegebenermaßen noch nicht so häufig Mitte der neunziger Jahre. Aber im Nachbarort gab es eine kleine Trikevermietung mit drei Trikes und daher sah ich die Fahrzeuge schon etwas häufiger.

Der nächste Schritt war die Überraschung für die Freundin. Ohne zu wissen, ob ihr so etwas gefallen würde, mietete ich mir in besagter Trikevermietung im Sommer 1997 für ein Wochenende ein Trike und fuhr damit zu Hause vor. Meine damalige Freundin staunte nicht schlecht, war wohl auch etwas skeptisch, aber schlussendlich packte auch sie zuerst die Neugier und dann unsere Tasche! Ohne großen Plan wo es hingehen sollte fuhren wir über das Wochenende nach Frankreich und hatten dabei auch noch das Pech fast ständig im Regen zu fahren. Schön war das nicht – vor allem nicht im Dunkeln. Wir waren klatschnass bis auf die Haut und nisteten uns dann in einer kleinen Pension ein. Dort tranken wir nach dem Duschen zwei Flaschen Wein und die Welt war wieder in Ordnung!

Der nächste Tag war nicht ganz so nass und wir kamen bis nach Strasbourg. Dort allerdings wurde das Wetter wieder schlechter und wir fuhren zurück nach Deutschland und rein in den Schwarzwald. Über die Schwarzwaldhöhenstrasse (B500) ging es dann wieder nach Norden – Richtung Heimat. Das war saukalt dort oben und wir froren erbärmlich. Aber was soll ich sagen: trotz Nässe, Kälte und ganz viel Unbehagen hat mich damals der Trikevirus befallen (bei meiner Freundin dauerte es etwas länger). Als ich das Trike dann am Montag wieder zurückbrachte, fing ich auch sofort mit den Verhandlungen über den Kaufpreis an und wenig später war genau dieses Miettrike mein Eigen. Noch heute – 15 Jahre später - fahre ich dieses Trike. Bezahlt habe ich im Übrigen in Bar – vom „Abgangsgeld“ bei der Bundeswehr!

Was macht für Sie den Reiz und die Faszination am Trike-Fahren aus?

Das ist eine schwer zu beantwortende Frage. In den meisten Fällen beantwortet sich diese Frage am Einfachsten, wenn man einmal mit einem Trike gefahren ist. Ich will dennoch versuchen es in Worte zu fassen. Beim Trikefahren gelingt es einem sehr leicht und schnell jegliche Alltagssorgen zu verdrängen. Sobald meine Frau und ich uns auf das Trike setzen, dauert es nur 200 bis 300 Meter und uns beiden gellt ein Jubelschrei aus der Kehle – zumindest aber wird mit geschlossenen Augen kräftig ausgeatmet und ein seliges Lächeln breitet sich über dem Gesicht aus!

Das Gefühl von absoluter Freiheit, der Duft der Gräser, Blumen und Wälder am Straßenrand und der Wind im Gesicht und in den Haaren sind einfach unbeschreiblich und mit nichts zu vergleichen. Die Chopper-Biker kennen dieses Gefühl vermutlich – die rasenden Biker eher nicht, die haben andere Prioritäten. Das Cruisen mit 80 km/h auf den Landstraßen wenn einem die Sonne ins Gesicht scheint ist einfach ein Hochgefühl, das man schwer beschreiben kann. Dabei ist oft der Weg das Ziel – Hauptsache fahren! Zeit spielt keine Rolle. Hinzu kommt für viele von uns Trikern – so auch für meine Frau und mich -, dass wir das Leben in der Triker-Szene so sehr lieben. Dieses Lebensgefühl mit Gleichgesinnten zu erleben – das macht für meine Frau und mich die Faszination am Triken aus!

Sie betreiben mittlerweile die größte Trikeseite im Internet. Können Sie uns mehr darüber erzählen?

Der Name der Website "Black Eagle Triker" ergab sich dadurch, dass ich mein Trike mit einem Airbrush versah, welches einen Weißkopfseeadler mit schwarzem Gefieder abbildete (in Wahrheit haben sie natürlich braune Federn - aber mein Trike war nun mal schwarz). Ein Schriftzug "Black Eagle" auf dem Trike führte dann zu meinem Spitznamen "Black Eagle Triker", der konsequenterweise auch als Name für meine Homepage herhalten musste. Durch mein hohes Interesse am Trikefahren und der Triker-Szene in ganz Europa ist meine Homepage zur größten Trikeseite im Internet geworden (aktuell ca. 5,5 GB). Hier sind über 1.500 Links für die Triker-Szene weltweit zu finden und der internationale Bereich ist zweisprachig ausgelegt (deutsch/englisch).

Es befinden sich tausende Fotos und Bilder von Trike-Events auf der Homepage, sowie Berichte von jedem Treffen, welches ich seit 1997 mit meiner Frau zusammen besucht habe. Außerdem beherbergt die Homepage den offiziellen Terminkalender für die europäische Triker-Szene. Dieser wird von mir in Verbindung mit zwei offiziellen Triker-Veranstaltungstreffen erstellt und über das Jahr auch gepflegt. Die Triker-Presse und eine große Zahl an privaten Trikeseiten, Clubseiten usw. erhalten die Termindaten von mir bzw. über meine Homepage. Selbstverständlich werden diese Informationen über die Trike-Szene von mir von Anbeginn kostenlos zur Verfügung gestellt. Neben der Trikewebseite betreibe ich auch ein eigenes Trikerforum und bin in einem zweiten Trikerforum als Administrator tätig.

Wie lässt sich für Außenstehende die Triker-Szene beschreiben und was kann man alles so auf Triker-Treffen erleben?

Triketreffen werden häufig mit einer großen Familiefeier verglichen und der Vergleich trifft es recht gut. Auf den regelmäßig stattfindenden Triketreffen in Deutschland und Europa kommt man mit Gleichgesinnten in Kontakt. Es entwickeln sich Freundschaften, die keine Kilometerbegrenzungen kennen und im Winter trifft man sich privat oder auf großen Winterpartys, die von verschiedenen Trikeclubs veranstaltet werden. In der Trike-Szene gibt es sehr viele Trikergemeinschaften, Trike-Clubs und ähnliche Gruppierungen. Aber es ist vollkommen egal, ob und welches Colour man auf dem Rücken trägt: man kennt sich, respektiert sich und man trinkt in aller Freundschaft ein Bier an der Theke oder vor dem eigenen Zelt. Es gibt keinen Streit oder Ähnliches untereinander.

Ich fahre seit 15 Jahren fast jedes Wochenende im Sommer auf ein Triketreffen irgendwo in Europa und ich habe noch nie gesehen, dass es zu einer Schlägerei unter Trikern gekommen ist. Es sind Familientreffen und die Triker bringen sehr oft ihre Kinder mit zu den Treffen. Es gibt keine Vorurteile und keine Eifersüchteleien, niemand schaut auf das Geld des anderen, auf den sozialen Status oder den Beruf. Wir haben von Arbeitsuchenden über Handwerker, Selbständige, Ärzte und Staatsanwälte alles was die Bevölkerung im Querschnitt so hergibt.

Egal wer oder was jemand ist, man wird in der Szene akzeptiert, ob man ein Trike für 3000,- € oder eins für 60.000,- € fährt! In der Szene sind wir alle gleich! Dann kommt noch die sehr hohe Hilfsbereitschaft der Triker hinzu. Nahezu jeder Triker engagiert sich einmal oder regelmäßig für eine gute Sache. Am Häufigsten kommen hier Ausfahrten mit kranken oder behinderten Menschen, Kinderfahrten oder Spendenaktionen vor.

Wie sind eigentlich die Reaktionen der „normalen Leute“ wenn Sie irgendwo mit Ihrem Trike aufkreuzen? Von offenen Mündern bis zu Kopfschütteln ist doch sicher alles dabei oder?

Ja früher war das noch häufiger der Fall. Mittlerweile kennt man den Anblick solcher Gefährte schon besser, da die Zahl der Trikes stetig zunimmt und man sie immer zahlreicher im Straßenverkehr sieht. Kommt man allerding in dünn besiedelte Gebiete oder gar ins Ausland, ändert sich das. Dann bleiben die Menschen auf den Straßen schon mal stehen und staunen. Es kommt auch sehr häufig vor, dass die Menschen uns fröhlich zuwinken, vor allem wenn wir den Leuten vom Fahrzeug aus zuerst zuwinken. Das ist immer wieder ein schöner Moment, diesen völlig fremden Menschen so eine Freude zu „entlocken“.

Besonders heftig wird es immer dann, wenn Trikes in größeren Kolonnen auftreten. Dann sind wir besonders auffallend und oft strömen die Menschen sogar ans Fenster oder in die Vorgärten, um sich das Spektakel der vorbeibrummenden Trikes anzusehen. Das Lachen auf den Gesichtern der Menschen tut immer wieder gut und dann drücken wir gerne auch mal auf unsere Fanfaren und Heultonsirenen, um die Leute zu grüßen!

Das jüngste Beispiel, das ich in diesem Zusammenhang erlebt habe, war meine eigene Hochzeit im September 2010. Da fuhren wir mit 179 Trikes vom Schloss Stutensee, wo die standesamtliche Trauung stattfand, bis nach Kronau zum Triketreffen, auf dem dann die kirchliche Hochzeit im Festzelt abgehalten wurde. Da haben wir mit der kilometerlangen Kolonne den Verkehr in Nordbaden zeitweise blockiert! Die Trauung war traumhaft und fand dann nicht nur vor ca. 700 Trikefreunden statt, sondern auch mit großen Teilen der umliegenden Bevölkerung, die zu unseren Triketreffen immer ebenso herzlich willkommen sind, wie die Triker selbst. Wir binden die Bevölkerung gerne mit ein und wollen uns nicht von ihnen abgrenzen, sondern mit ihnen zusammen feiern.

Welche Tipps haben Sie abschließend für all jene, die sich näher mit dem Thema Trike beschäftigen wollen. Was sollte man beim Kauf oder gar dem Import eines solchen Fahrzeugs beachten, wie und wo findet man Kontakt zur Szene?

Die letzte Frage ist da am schnellsten beantwortet: im Internet und hier gerne auch auf meiner Homepage, die ja wie oben schon erwähnt, die größte Trikeseite im Internet ist. Hier sollte eigentlich jeder fündig werden, der Informationen rund um das Trikefahren, Trikekaufen, Trikemieten, die Trikeszene oder ähnliches sucht. Wenn es um das Mieten geht, sollte man sich in seiner Nähe mal umsehen, wo es eine Trikevermietung gibt. Auch hier sollte das Internet die entsprechenden Infos hergeben.

Ich rate jedem, der sich für das Thema interessiert, sich zunächst ein Trike zu mieten und auszuprobieren, ob dies etwas für ihn oder sie wäre. Wenn man diese Frage mit gutem Gewissen bejahen kann und in der Folge dann einen Kauf ins Auge fassen möchte, sollte man sich seine finanziellen Möglichkeiten anschauen und danach auf die Suche gehen. Man findet Trikes in nahezu jeder Preisklasse und man sollte sich vor dem Kauf Gedanken darüber machen, welche Art Trike man möchte.

Da unterscheide ich einfach mal grob in die klassischen Trikes und die modernen Trikes. Die Klassischen haben i.d.R. traditionell einen luftgekühlten Boxermotor und die modernen einen neuartigen Motor mit vielen zusätzlichen Features wie ABS, Traktionskontrolle und so weiter. Die klassischen Fahrzeuge sind hierbei sehr viel weniger anfällig und mit wenig Aufwand und geringen Kosten instandzusetzen, während die modernen Trikes schon bei Ausfall irgendeines Chips stehen bleiben und man sie ohne Werkstattbesuch auch nicht mehr zum Laufen bringt. Der Vorteil der modernen Fahrzeuge ist halt der der höheren Sicherheit und der neueren Technik. Die Suche nach dem richtigen Trike ist da also sehr individuell und sollte gut überlegt sein.

Der Import von Trikes aus dem Ausland ist eigentlich kein Thema. In Sachen Trikes ist Deutschland europaweit führend und die größten und wichtigsten Hersteller kommen auch aus Deutschland. Welche das im Einzelnen sind findet man u.a. auch auf meiner Homepage – einschließlich der einzelnen Typen und Modellvarianten.
Wenn man nach reiflicher Überlegung seinen Triketyp und eventuell auch schon sein bevorzugtes Modell ausgesucht hat, geht es an die Suche nach dem Traumfahrzeug. Hier können die entsprechenden Trikerforen helfen. Dort werden oft Fahrzeuge angeboten. Aber auch der Weg zum Trikevermieter in der Nähe oder der direkte Kontakt zum Trikehersteller kann zum Finde des richtigen Fahrzeugs führen. Da ist es eigentlich ähnlich wie beim Autokauf.

Wenn man dann stolzer Besitzer eines Trikes ist und sich auch für die Szene interessiert, dann sollte man sich zunächst die Triketermine (im Internet überall unter diesem Stichwort zu finden) anschauen, ein Treffen in seiner Nähe aussuchen, ein Zelt und ´ne Isomatte ans Trike schnallen und einfach mal hinfahren. Jeder „Neutriker“ wird dort mit offenen Armen aufgenommen, wenn er sich nicht grad in einem Schneckenhaus verkriecht. Also einfach mal frechweg hinfahren, über den Platz laufen und mit einem Triker, der vor seinem Zelt oder Trike sitzt ein „Benzingespräch“ anfangen – schon wird das Eis gebrochen sein!

Adressen zu den meisten Trikergemeinschaften in Europa findet man auch auf meiner Homepage, wenn man dann den nächsten Schritt gehen möchte und sich einer solchen Gemeinschaft anschließen möchte. Und keine Sorge: unsere Aufnahmerituale sind völlig harmlos – meistens!

Vielen Dank, dass Sie uns mehr über das Hobby Trike erzählt haben.
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